Vom Brauchtum der Zimmerleute...

In frühen Zeiten war nahezu jeder Hausbesitzer auch ein Zimmermann, da er sich sein Haus meist selbst zimmern musste. Als sich später die Berufe mehr und mehr spezialisierten, wurde auch der Zimmererberuf eigenständig.

Durch die Herausbildung von Zünften und der damit einhergehenden Qualitätssicherung von besonders wichtigen Arbeitstechniken (Dachausmittlung, Schiftung oder Vergatterung) im Mittelalter wurde der Zimmermann, vor allem in der Stadt, unentbehrlich.

Zimmerer tragen traditionell eine Kreole im linken Ohr. Der Ohrring sollte im Falle eines Unfalls für die Bezahlung der Beerdigungskosten dienen. Die Anordnung der Knöpfe aus Perlmutt an der Schlaghose lässt erkennen, in welchem Lehrjahr sie sich befinden, Gesellen tragen 4 Knöpfe. Der breitkrempige Hut dient dazu, herabfallende Späne oberhalb arbeitender Kollegen aufzufangen, sie sollen nicht in den Kragen rutschen. Außerdem werden in der Hutkrempe Nägel bereitgehalten.

Wanderjahre im Volksmund auch "Walz" genannt, sind ein "Brauchtum" aus uralten Zeiten. Gesellen begeben sich auf eine mindestens zweijährige Wanderschaft, in der sie einen Bannkreis von 50 km zu ihrem Heimatort nicht betreten dürfen.

Im traditionellen Zimmermannshandwerk werden nur Hartholznägel verwendet, Metallnägel haben sich aber bei modernen Konstruktionen durchgesetzt. Das wichtigste Werkzeug des Zimmermanns ist der Zimmermannshammer, dieser wurde früher von Schmieden speziell für jeden Handwerker gefertigt, der Stiel selbst aus Eschenholz gefertigt.

Markenzeichen eines Gesellen auf der "Walz" ist seine Kluft. Zur Kluft gehören Schlaghose, Jackett , Weste und eine Kopfbedeckung. Diese kann entweder ein Schlapphut, eine Melone oder ein Zylinder sein. Die sechs Knöpfe am Jackett symbolisieren sie Sechs-Tage-Woche und die acht Knöpfe am Jackett den Acht-Stunden-Tag.

Von Ichwarsnur - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0